Gerettete Ziegel tragen Spuren von Feuer, Regen und Handwerk. In unseren Fallstudien bilden sie eine ruhige, haptische Bühne für Licht, Kunst und Alltag. Mit zurückhaltender Fugenfarbe, punktueller Reparatur und sorgfältiger Imprägnierung holen wir Tiefe statt Kitsch. Die Wand erzählt Geschichte, ohne zu dominieren, ermöglicht flexible Möblierung und verbessert die Akustik. Besucher:innen spüren sofort: Hier wurde nicht dekoriert, sondern mit Respekt und Gefühl die Substanz neu interpretiert.
Alte Türblätter, aufgearbeitete Rahmen und gerettete Fenstergriffe schenken Griffgefühl und Blickachsen, die man nicht kaufen kann. Neue Dichtungen, überarbeitete Beschläge und unsichtbar integrierte Sicherheitstechnik liefern Komfort. In unseren Projekten rahmen solche Elemente gezielt Ausblicke, strukturieren Bewegungsabläufe und schaffen Übergänge zwischen ruppigen Texturen und ruhigen Flächen. Gerade im Vorher-nachher-Vergleich wird spürbar, wie präzise gesetzte Bestandteile den Grundriss lesbar, freundlich und überraschend großzügig machen.
Vorher: dunkle Paneele, niedrige Durchgänge, klamme Räume. Nachher: aufgearbeitete Schulhausdielen als durchgehender Boden, tragende Deckenbalken aus einer Scheune, geölt statt lackiert, kombiniert mit ruhigen Lehmfarben. Fensterbänke aus alten Werkbankplatten führen Tageslicht tief hinein. Eine dezente Lüftung verschwindet in holzverkleideten Schächten. Der Energiebedarf sinkt spürbar, der Klang wird weicher, und Gäste fragen ungläubig, ob das wirklich derselbe Grundriss ist – nur mit anderem, ehrlicherem Ausdruck und mehr Gelassenheit.
Vorher: sterile Fronten, wenig Stauraum, grelles Licht. Nachher: Fronten aus geretteten Laborholzplatten, sanft gebürstet, mit massiven, überarbeiteten Schubladenzargen aus Eiche. Spritzschutz aus alten Fliesen, unregelmäßig, aber rhythmisch gesetzt. Eine Arbeitsinsel auf Rollen nutzt Tischbock-Gestelle vom Flohmarkt. Die Spuren alter Schraublöcher bleiben sichtbar und werden zu Gesprächsanlässen. Reinigung gelingt dank geölter Oberfläche mühelos. Der Raum lädt zum Kochen, Verweilen, Arbeiten ein – und altert würdevoll weiter, Tag für Tag.
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